21.12.2011
Gefahr für Kreditwürdigkeit
Fitch kritisiert hohe US-Verschuldung
Die USA ächzen unter einem gewaltigen Schuldenberg. Die Ratingagentur fordert eine glaubhafte Strategie Washingtons zur Sanierung des Haushalts - sonst könnte das "AAA"-Rating fallen.
Die Ratingagentur Fitch drängt die USA zu einem zügigerem Schuldenabbau. Der hohe und weiter steigende Grad der Verschuldung stehe nicht im Einklang mit dem AAA-Rating, erklärte Fitch am Mittwochabend. Ohne eine Strategie der Regierung in Washington zur Reduzierung des Haushaltsdefizits und einer Stabilisierung der Last müsse bis Ende 2013 mit einer Herabstufung gerechnet werden. Sollten schwere Schocks ausbleiben, sei aber keine Entscheidung über den Ausblick für das Rating bis 2013 zu erwarten.
Standard and Poor's hatte den USA schon im August wegen mangelnder Aussichten auf einen Abbau der Rekord-Verschuldung von inzwischen 15.000 Mrd. Dollar das Top-Rating entzogen und eine weitere Herabstufung nicht ausgeschlossen. Je schlechter ein Rating, umso mehr Zinsen muss der Schuldner für neue Kredite zahlen.
Ungarns Kreditwüridgkeit schlechter bewertet
Die Folgen maroder Staatsfinanzen bekommt aktuell Ungarn zu spüren. Standard & Poor's stufte das osteuropäische Land am Mittwochabend auf BB+/B herunter und setzte den Ausblick auf negativ. Als Grund nannte S&P eine unsichere politische Entwicklung in dem finanziell angeschlagenen Land. Auch hätten sich die wirtschaftlichen Bedingungen sowohl global wie im Land selbst verschlechtert. Die Agentur äußerte sich besorgt über die Unabhängigkeit der Zentralbank.
Die Regierung in Budapest liegt seit längerem im Streit mit dem Notenbankchef Andras Simor. In einem auch von der EZB beanstandeten Gesetzentwurf will sie die Kompetenzen des Notenbank-Gouverneurs beschneiden und einen weiteren Stellvertreter installieren.
(Financial Times Deutschland vom 21.12.2011)

